Gemeinschaft der Heiligen

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Die Dreieinigkeit ist das Vorbild: die heiligste Gemeinschaft der Heiligen

Als Gemeinschaft der Heiligen (communio sanctorum) wird die Kirche als übernatürliche Gesamtheit aller bezeichnet, welche durch die Taufe Anteil haben an den durch Jesus Christus erworbenen Gütern der Erlösung. Sie sind durch das Band übernatürlicher Liebe und eine gewisse wechselseitige Anteilnahme zu einer übernatürlichen Gemeinschaft (koinonia) geeint.[1]

Der Begriff wurde bei Niketas von Remesiana († 414)[2] als frühestem bekannten Beleg verwendet, im gallischen Raum bei Faustus von Riez und Caesarius von Arles wurde er erstmals als Zusatz in das Apostolische Glaubensbekenntnis übernommen. Dort folgt er auf den Glaubenssatz von der "heiligen katholischen Kirche" als dessen Ausfaltung.[3] Der Begriff findet sich auch bei Augustinus († 430), der in seiner Schrift De civitate Dei die "ganze erlöste Gemeinde" (redempta civitas) als "Versammlung und Gemeinschaft der Heiligen" (congregatio societasque sanctorum) bezeichnet.[4]

Inhaltsverzeichnis

Glieder der Kirche und Gemeinschaft der Heiligen

Die Gemeinschaft der Heiligen:
"Es gibt aber eine bestimmte Reihenfolge: Erster ist Christus; dann folgen, wenn Christus kommt, alle, die zu ihm gehören."
(1 Kor 15,23 EU)

Der Mystische Leib Christi der Kirche bringt zunächst die Beziehung der Glieder zum Haupte, Jesus Christus, zum Ausdruck, die Gemeinschaft der Heiligen die Beziehung der Glieder unter sich.[1] Die Heilige Schrift drückt die Gemeinschaft mit den Worten aus: "Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm" (1 Kor 12,16 EU) Papst Pius XII. erklärt diese Wirklichkeit so: Es wird "kein gutes Werk, kein Tugendakt von einzelnen Gliedern vollbracht, der nicht infolge der Gemeinschaft der Heiligen auch der Gesamtheit zugute käme" (Mystici corporis christi, Nr. 89).

Während zur Kirche als dem Mystischen Leib Christi nach der Enzyklika Pius' XII. "Mystici corporis christi"[5] tatsächlich (reapse) nur die (vollkommmen) gehören, die die Wassertaufe empfangen haben und den wahren Glauben bekennen und sich weder selbst von der Kirche getrennt haben, noch wegen schwerer Vergehen von ihr ausgeschlossen sind, auch wenn sie im Stande der schweren Sünde leben, umfasst die Gemeinschaft der Heiligen im vollen Sinne alle, aber auch nur diejenigen, die durch die Heiligmachende Gnade mit Jesus Christus und in Christus untereinander in lebendiger Verbindung stehen, mögen sie hier auf Erden (im Stand der Pilgerschaft = status viae) oder im Fegfeuer (ecclesia patiens) oder im Himmel (comprehensores, ecclesia triumphans) sein, also auch gültig getaufte[6] Nichtkatholiken, wofern sie im guten Glauben leben und von schwerer Sünde frei sind, sowie alle, die durch die Begierdetaufe[7] gerechtfertigt sind. Die beiden letzteren gehören auch tatsächlich zur Gemeinschaft der Heiligen, aber mehr oder weniger unvollkommen zur Katholischen Kirche, dem Mystischen Leib Christi.[8]

Also nicht alle Glieder der Gemeinschaft der Heiligen gehören tatsächlich zur Katholischen Kirche, dem Mystischen Leibe Christi, aber auch nicht alle Glieder der Katholischen Kirche gehören im vollen Sinne zur Gemeinschaft der Heiligen.

Die Personen der Gemeinschaft der Heiligen sind der Erlösung durch Jesus Christus wirklich teilhaftig geworden und können miterlösend für andere Gnaden Christi zuwenden. Sie ist die wirksame Grundlage für die Anrufung der Heiligen, die Fürbitte, die Sühnewerke z.B. für die Armen Seelen oder für den Ablass.[1]

Das Mitglied der Gemeinschaft der Heiligen, ist ein Auserwählter, d. h. der die Berufung zum Christsein angenommen hat, der die Salbung der Heiligmachenden Gnade durch die Taufe und wiedererlangend durch die Beichte erhalten hat (= Erste Auferstehung). Er erleidet weder den Tod der Seele beim Einzelgericht, noch den endgültigen "zweiten Tod" beim Gericht über alle Toten (Offb 20,6-14 EU; vgl. Offb 2,11 EU; Offb 21,8 EU), sondern erlebt die "zweite und ewige Auferstehung", den verwandelten Leib zurückbekommend (vgl. Ad resurgendum cum Christo 2016, Nr. 2).

Die Gemeinschaft der Heiligen umfasst in einem weiteren Sinne auch die guten Engel.

Gemeinsame Teilhabe an heiligen Dingen

Gemeinschaft der Heiligen in der Feier der Eucharistie

Der Ausdruck "Gemeinschaft der Heiligen" bezeichnet auch "die gemeinsame Teilhabe aller Glieder der Kirche an den heiligen Dingen (sancta): am Glauben, an den Sakramenten, besonders an der Eucharistie, an den Charismen und an den anderen geistlichen Gaben. An der Wurzel der Gemeinschaft ist die Liebe, die „nicht ihren Vorteil“ sucht (1 Kor 13,5 EU), sondern die Gläubigen drängt, „alles gemeinsam“ zu haben (Apg 4,32 EU) und auch mit den eigenen materiellen Gütern den Bedürftigen zu dienen" (KKKK 194; vgl. Catechismus Romanus, Gemeinschaft der Heiligen).

Päpstliche Schreiben

Pius V.

Pius XII.

Paul VI.

Johannes Paul II.

Literatur

Communicatio in sacris

Anmerkungen

  1. 1,0 1,1 1,2 vgl. Joseph Braun: Handlexikon der katholischen Dogmatik, Herder & Co., Freiburg im Breisgau 1926, S. 105+106 Gemeinschaft der Heiligen (Imprimatur Friburgi, die 17. Iulii 1926 Dr. Sester, Vic. Gen.)
  2. Competentibus ad baptismum instructionis libelli VI, „Sechs Bücher zur Unterweisung der Taufbewerber“, PL 52, 871
  3. Gerhard Ludwig Müller: Art. Gemeinschaft der Heiligen in: Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Auflage, Band 4, Sp. 433; Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 946ff.Kongregation für die Glaubenslehre Communionis notio vom 28. Mai 1992 über einige Aspekte der Kirche als "Communio", Nr.6.
  4. Augustinus, De Civitate Dei X, 6 (PL 41, 284), zitiert in: Zweites Vatikanisches Konzil: Dekret Presbyterorum ordinis Nr. 2.
  5. Pius XII. Lehrschreiben Mystici corporis christi, Nr. 22.
  6. Unitatis redintegratio, Nr. 3.
  7. z.B. Katechumene; Oder auch die Bluttaufe.
  8. vgl. Erklärung Dominus Iesus vom 6. August 2000: Nr. 16: "echte Teilkirchen" (z.B. Orthodoxe) und "kirchliche Gemeinschaften" (z.B. Evangelische, die kirchliche Elemente besitzen).
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